Consulting schoen und gut, aber top oder flopp. Wer braucht die Entwuerfe der Agentur? Luftbuchungen, Zinsen? Nur der unterschriebene Auftrag zaehlt. Aber was soll's: es gibt immer noch Bali, Sumba, LKW fahren. Das ist so viel mehr als die Abermillionen Inder haben. Wenigstens das lernt jeder in Indien: es gibt stets einen naechsten Tag, es geht uns gut, zu gut. Unsere Zukunft ist also so offen wie nie. Seit zwei Jahren warten wir auf den Sponsor, seit 18 Monaten suchen wir den Erfolg. Ich kann mich nicht erinnern, je zwei Jahre so aufregend verbracht zu haben. Vielleicht werde ich ja 200 Jahre alt. Dann haette ich genug zu erzaehlen. Interessiert zwar keinen, aber so verrueckt wie ein Subkontinent im kulturellen Zusammenbruch, Aufbruch oder wie auch immer, ist das Leben von Kamlesh, Arjun und Jens nun hier verlaufen. Es beginnt nun eine neue Phase: was ist der Plan? Weiter so? 300 Tage Knast in Flensburg, in Sumba ein Cafe eroeffnen, in Hamburg eine Kneipe machen und von der Welt erzaehlen? "man weiss es nicht" sagt Dittsche und er hat wie immer recht.
Mittwoch, 6. Mai 2009
Ungelegte Eier
Ich habe nicht herausbekommen, wie man die leckeren Eierstoecke der toten Huehner zubereitet (siehe Foto) - wer kann da aushelfen?: roh essen? ...aber die haengen alle zusammen..., kochen, braten?
, ich habe auch immer noch keine Ahnung, was wir genau in der zweiten Haelfte dieses Jahres 2009 genau machen werden, wer kann uns da was empfehlen? Sind dankbar fuer jeden Tipp. Natuerlich geht einem das Mega-Pissoir Delhi auf den Sack, aber das ist kein Grund, dieser Stadt den Ruecken zu kehren.
Man koennte ja eine Initiative gruenden, dass die Maenner nicht einfach ueberall hinpinkeln koennen, aber es gibt keine oeffentlichen Toiletten und kein Schamgefuehl der maennlichen Inder, wo also ansetzen? Aussichtslos. Weniger Aussichtslos ist unsere Zukunft. In Deutschland werden wir nicht gebraucht, in Europa bewegt sich keiner, im Rest der Welt tobt eine angebliche Krise. Vielleicht bleiben wir einfach den alkoholhaltigen Getraenken treu: Wein, Rum, Whisky zwischen EU und Asien auszutauschen. Und wenn das Geschaeft nicht geht, hat man ja immer noch die Moeglichkeit, seine Produkte selbst zu konsumieren. Das ist ja das schoene am Handel: man hat was in der Hand.
Consulting schoen und gut, aber top oder flopp. Wer braucht die Entwuerfe der Agentur? Luftbuchungen, Zinsen? Nur der unterschriebene Auftrag zaehlt. Aber was soll's: es gibt immer noch Bali, Sumba, LKW fahren. Das ist so viel mehr als die Abermillionen Inder haben. Wenigstens das lernt jeder in Indien: es gibt stets einen naechsten Tag, es geht uns gut, zu gut. Unsere Zukunft ist also so offen wie nie. Seit zwei Jahren warten wir auf den Sponsor, seit 18 Monaten suchen wir den Erfolg. Ich kann mich nicht erinnern, je zwei Jahre so aufregend verbracht zu haben. Vielleicht werde ich ja 200 Jahre alt. Dann haette ich genug zu erzaehlen. Interessiert zwar keinen, aber so verrueckt wie ein Subkontinent im kulturellen Zusammenbruch, Aufbruch oder wie auch immer, ist das Leben von Kamlesh, Arjun und Jens nun hier verlaufen. Es beginnt nun eine neue Phase: was ist der Plan? Weiter so? 300 Tage Knast in Flensburg, in Sumba ein Cafe eroeffnen, in Hamburg eine Kneipe machen und von der Welt erzaehlen? "man weiss es nicht" sagt Dittsche und er hat wie immer recht.
Consulting schoen und gut, aber top oder flopp. Wer braucht die Entwuerfe der Agentur? Luftbuchungen, Zinsen? Nur der unterschriebene Auftrag zaehlt. Aber was soll's: es gibt immer noch Bali, Sumba, LKW fahren. Das ist so viel mehr als die Abermillionen Inder haben. Wenigstens das lernt jeder in Indien: es gibt stets einen naechsten Tag, es geht uns gut, zu gut. Unsere Zukunft ist also so offen wie nie. Seit zwei Jahren warten wir auf den Sponsor, seit 18 Monaten suchen wir den Erfolg. Ich kann mich nicht erinnern, je zwei Jahre so aufregend verbracht zu haben. Vielleicht werde ich ja 200 Jahre alt. Dann haette ich genug zu erzaehlen. Interessiert zwar keinen, aber so verrueckt wie ein Subkontinent im kulturellen Zusammenbruch, Aufbruch oder wie auch immer, ist das Leben von Kamlesh, Arjun und Jens nun hier verlaufen. Es beginnt nun eine neue Phase: was ist der Plan? Weiter so? 300 Tage Knast in Flensburg, in Sumba ein Cafe eroeffnen, in Hamburg eine Kneipe machen und von der Welt erzaehlen? "man weiss es nicht" sagt Dittsche und er hat wie immer recht.
Montag, 10. November 2008
Indisches Zollhaus, äh Tollhouse
Das Custom bzw Zoll House Delhi und die AirCargo Abteilungen liegen in Sichtweite des Flughafens Neu Delhi (IGI). Es ist der korrupteste Ort Indiens. Vom Parkplatzwächter bis zum Chef des Hauses ist jeder korrupt bis auf die Knochen, nur bereit gegen Geld seinen Arsch zu bewegen, seine drei Kreuze unter ein Papier zu machen, ein Formular auszuhändigen. (Das Geld wird außerhalb des Gebäudes durch Vasallen eingetrieben, man macht sich nicht die Hände schmutzig, nein). Die Korruption (abhängig vom Wert der Ware) ist kombiniert mit Ignoranz, Unmenschlichkeit und Dummheit. Damit muss man als Importeur umgehen lernen. 2 Jahre benötigt ein Custom Clearance Mann, um Wege zu finden, mit den Figuren zu spielen, das System zu beherrschen. Wir bekamen eine Palette Pinot Noir geliefert, wovon sich die Sicherheitsleute im Zoll 20 Flaschen genemigten. Nicht sooo schlimm. Aber: im Zollhaus - besser Tollhouse - haben die Herren dem Gesetz zu entsprechen, sprich: Mengen, Gewicht und Invoice müssen übereinstimmen. Unsere Lieferung war also gegen das Indische Gesetz: tats. Menge ungleich Menge auf Rechnung. Aber da gibt es Abhilfe: ein Herr ist dafür zuständig, dass Importeure ihm gegenüber erklären, dass wir den Widerspruch akzeptieren und die Fehlmengen versteuern (mit 160%). Diese Prozedur dauert 10 Stunden Wartezeit im beißenden Urinduft des Zollhauses. Computer gibt es 4 Stück, Custom Clearance Unternehmen (CC) samt den "Runnern" ca 500, die Rechner sind meistens wegen des Staubes außer Betrieb und nicht vernetzt. Die Schlüssel zum Cargo, werden von 4 Personen mit je 16 (!) Bögen Papier einem Siegelmacher übergeben, der eine Tüte über dem Schloss zuschmiert. Jeden Tag. Dann, ab 22:00 Uhr beherrschen Ratten das Areal. Die Sichtweite tagsüber liegt bei 100 m. Nachts ist alles in gelbes Licht getaucht. Etliche DHL-Maschinen konnten heute eh nicht landen. Da muss die Rolex für das mittlere Management dieses Irrenhauses noch warten. Ein traumhafter Oldtimer-Daimler steht seit 2 Jahren versiegelt vor der Tür (ein Formular ist nicht ausgefüllt), unser Pinot Noir wird zu Glühwein, die Herren machen Kasse, die CC Leute geben ihr Bestes. Indien ist im Aufbruch und vergisst, dass inzwischen Ehrlichkeit eingekehrt ist, dass es noch Gefühle, Verantwortung gibt. Wir sind Gäste in diesem Land, haben das alles nicht zu kritisieren, müssen dieses System akzeptieren versuchen. Es ist ja nicht so, dass in Europe alles perfekt ist. Egal, das Schlimme ist der Urin-Geruch, 4 Tage für eine Palette Pinot Noir: Urin-Gestank auf den Gängen, im Treppenhaus, vor dem Tollhaus. Ach ja, der 2te Tag war notwendig wg einer Adtressenänderung, der 3te Tag (nur 6 Stunden) um eine Original abzuliefern, was notwendig ist, um eine Kopie zu bekommen, aber die war schon akzeptiert. der 4te Tag musste die Cargo-mannschaft geschmiert werden 2 mal 3 Stunden. Die erste Flasche geht an mich selbst. Prost.
Heilige und weniger heilige Kühe
Seit ich denken kann, mag ich Kühe sehr gern. Wegen ihrer Milch als Schulkind, weil sie so lieb dreinschauen und mit ihrem schönen Glockengebimmel, was ich als Hamburger Sommerfrischler 10 Sommer lang in Südtirol genießen konnte. Nun lebe ich in Indien wieder mit Kühen zusammen, begegne ihnen täglich, bin aber wohl der einzige in diesem 20.000.000-Moloch New Delhi, der diesen Tieren einen gewissen Respekt und dies von Herzen entgegen bringt. Den Indern sind die Straßenkühe einen Dreck (die Fotos aus New Delhis Strassen sind eher harmlos) wert. Heilig sind sie nur verbal, wenn überhaupt. Eine reine Show, nur Gelaber, krass gefaced. Genauso wie sämtliche Religionen und Guru-"Weisheiten" in Indien nur ein (lukratives!) Business wie jedes andere sind, sind auch die Kühe auf den Straßen ein Missverständnis, eine Perversion, die keinen ernsthaft interessieren. Überzeugt sind die meisten Inder eh nur von sich selbst und da hat eine Kuh keinen Platz; vielleicht stört sie beim Überholen, dient sie zum Abbau von Aggressionen, wenn sie wie immer im Weg steht. Ich kenne eine Kuh-Fladen-Verkäuferin in unserem Stadt-teil, der nehme ich als einziger eine gewisse Achtung vor diesen Tieren ab, weil sie die Grundlage ihres Handels sind.
Irgendwie habe ich es geahnt: was denen heilig ist, und diese Leute sind scheinheilig, das wird mit Müll abgespeist (siehe Bild), was man aus Natürlichkeit tut, so wie die Bauern auf der Zischk-alm bei Obereggen (Bozen) wo die Bilder (mit dem Gras) entstanden, das entspricht der Natur... und jede, wirklich jede Kuh in Delhi wäre lieber weniger heilig aber dafür auf der Alm und nicht so blöde heilig. Also wer es immer noch nicht weiss: Vorsicht vor allem Heiligen(schein)!
Samstag, 24. Mai 2008
so ist das leben eben
Indien ist auch nach einem Jahr immer noch eine echte Herausforderung für mich. Mag ja sein, dass ich oberflächlich bin, aber die krassen Gegensätze lassen auch mich nicht kalt. Natürlich lese ich von der sich öffnenden Einkommensschere in Deutschland. Aber das ist so lächerlich im Vergleich mit den echten Problemen eines Menschen, der einfach nichts zu essen hat, wenn er nicht mehr die Kräfte hat zu arbeiten. So jemand wie ich, der kaum Rente zu erwarten hat, der vegetiert (in Indien) einfach im T-Sirt auf dem Gehweg, mit einer Unterhose, die seit 4 Jahren zuletzt gewaschen wurde und mit einer Plastikdose auf der Suche nach Rupees. Zumindest solange er nicht arbeitet. Arbeiten kann oder will. Wir crewsen hier durch die Soziologien wie im Karussell: family, expatriats, friends, Kunden... Das ist zumindest eine wichtige Erfahrung. Ich rate es vielen, dies zu erleben! Es ist so krass, man kann das in Hamburg oder Düsseldorf einfach nicht so scharf sehen, wo schon ein Harz4-Mann ein Bier auf der Kö genießen kann, wo es ohne Arbeit eine Wohnung gibt. Ohne Arbeit gibt es außerhalb Deutschlands nur den Bürgersteig. „Jammern auf höchstem Niveau“, sagt jeder, dummer, aber richtiger Spruch. Apropo Realität: - um das noch mal zu sagen, lasst Euch nicht verrückt machen vom angeblichen Indischen Wirtschaftswunder: es gibt es nicht. Die meisten haben fast nichts, ein paar haben ein Motorrad und träumen von westlichen Lebensstilen (den wollen wir denn ja auch reinen Wein einschenken (har har) und ein paar ganz wenigen geht es super genial gut, die haben komplett die Bodenhaftung verloren. Für mich also einfach: Soziologie zum Anfassen. Fünftes Semester. Und keine Studiengebühren!
Montag, 21. April 2008
Je weiter weg, desto...
Fern der Hamburger Heimat entstehen plötzlich neue Anwandlungen (eines notorischen F1 Fans), kommen seltene Angebote, die ich unmöglich Abschlagen kann: als 8tes Vollmitglied in dem ersten außereuropäischen St-Pauli-Fan-Club aufgenommen zu werden, welche Ehre aber auch welche Verpflichtung für einen geborenen Hamburger Jung. Als Einstand brachte ich das Buch "Zauber am Millerntor" von Hermann Schmidt, mit persönlicher Widmung an Raj Pauli, so heißt unser Club. Als Neuling überraschte ich obendrein mit der richtigen Prognose des Spielergebnisses "3:1" - was für ein Tag! Das Spiel wurde von uns life über Audio-Streaming von der FCStPauli.com homepage verfolgt, mit Bier, Cappies, Shirts und St.Pauli Lichterkette (es ist in Delhi ja schon 9:00 bei Anpfiff). Bald werden wir aber unser eigenes St-Pauli-Fan-Club-Neu-Delhi-T-Shirt mit einem verdammt guten Logo fertig gedruckt haben. Bestellungen an meine mail adresse mit Angabe der Größe. To make it short: Delhi ist immer für Überraschungen gut.
Freitag, 15. Februar 2008
Schmutz ist Leben
Diese These von vielen Indern schien mir zunächst ziemlich schräg. Aber die Staubsauger bewaffnete Hausfrau aus Buchholz, die 3 Stunden ihr Haus putzt, keimfrei bis ihre Familie vor lauter Allergien nicht mehr leben kann: Sauberkeit ist eben auch sehr tödlich, sogar schon vor dem physikalischen Tod existiert in den cleanen Wohnungen ja eh schon kein Leben mehr. Ich stimme der These, dass Schmutz Leben bedeutet, also tendenziell zu. Und wer in Delhi länger als 3 Tage lebt, muss sich zwangsläufig mit Schmutz auseinandersetzen. Schmutz gehört gehört dazu. Spießigerweise fange ich natürlich dann an, den Grad akademisch verzusuchen zu begrenzen. So nach dem üblen Motto: aber muss es denn gleich so aussehen? usw Also am besten für mich ist der Schmutz eine Kulisse, in der das Leben nur so brummt, das Gewürz des Lebens. Wiedermal steht die eigene Prägung im Wege, um das wirklich und in der Tiefe zu akzeptieren. Unsere platte Lösung ist denn ja auch die, dass wir bei uns zu Hause versuchen, die Lage schmutzmäßig unter Kontrolle zu halten und ansonsten unsere Klappe halten, wenn´s mal nicht nach Glasrein, Weichspühler, WC-Ente usw duftet. Wir sind Gäste in Delhi und keine Kreuzritter für Budnikowsky Produkte.
Samstag, 5. Januar 2008
Oh, Old Delhi!
Was für eine Entwicklung! Die Telekommunikation ist nur ein Beispiel (siehe Foto, anklicken, wird ziemlich groß). Da sitzt also einer auf dem Fahrrad (seine Beine hat er irgendwo in Delhi´s Straßenverkehr gelassen - davon gibt es tausende in Delhi!), er kurbelt also mit der Hand, der hat hinter sich Telfone, vielleicht wird das über ein Handy geregelt oder es gibt Dinge, die sich mir nicht erschließen. Im Hintergrund der fahrenden Telfonstelle sitzt das viel zitierte Indische Wirtschaftwunder (Bild vergrößern durch auf´s Bild klicken.
Es führt die Treppe (siehe Foto in eine leuchtende Zukunft, ebenfalls klickbares Bild). Wie gut, dass es barmherzige Mitmenschen gibt, die sich in eine Säule oder Kabelschacht in einem der Millionen Gänge in Alt Delhi zwängen und dort Wasser ausschenken. Unentgeldlich, fast, sowieso am Fiskus vorbei, das wird also gar nicht dazu gerechnet, wenn man wieder ein 8 prozentiges Wirtschaftswachstum veröffentlicht wird. Aber ich will das nicht schwarz sehen, es geht in Indien voran, aber die Statistik ist so eine Sache. Die Realität ist so und ich habe noch ganz andere Fotos dieser Art. Nur das wäre ungerecht. Es gibt ja auch noch die Bolliwood girls und den Ferrari-Shop in Bagalore...
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